a) Lernzeit

Die Lernzeit sind Unterrichtsstunden des selbstorganisierten Lernens, die den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik angehängt sind. FachlehrerInnen geben in diesen Stunden bei Bedarf Hilfestellung, erteilen aber keinen Unterricht im herkömmlichen Sinne.

Es gibt Aufgaben für die drei Kernfächer auf unterschiedlichen Niveaustufen. Die (Übungs-/Anwendungs-)Aufgaben greifen in der Regel Unterrichtsinhalte auf. Sie werden von den FachlehrerInnen ausgewählt und zu Beginn der Schulwoche in den Ordner geheftet.

Neben den Aufgaben sind im Ordner Checklisten zu finden, die von den SchülerInnen nach jeder Lernzeitstunde ausgefüllt werden. Die SchülerInnen halten darin fest, an welchen Aufgaben sie gearbeitet und ob sie dabei eine Hilfestellung erhalten haben. Die bearbeiteten Aufgaben und ausgefüllten Checklisten geben Auskunft über den derzeitigen Leistungsstand der SchülerInnen.

b) Logbuch

Arbeit mit dem Logbuch

Alle SchülerInnen erhalten in der ersten Schulwoche ein Egge-Logbuch. Jedes Kind setzt sich in seinem Logbuch wöchentlich ein persönliches Ziel, das am Ende der Woche selbstständig überprüft wird. Außerdem wird das Logbuch als Hausaufgabenheft und Mitteilungsbuch für bzw. von Eltern genutzt. Wichtige Termine und Nachrichten an die Eltern einzelner SchülerInnen werden grundsätzlich in das Logbuch eingetragen.

Logbuch Deckblatt und Inhaltsverzeichnis

c) Regeln und Rituale

Regeln im Klassenzimmer

Es werden zu Beginn des Schuljahres in allen Klassen dieselben Verhaltensregeln für unsere SchülerInnen eingeführt. Die Regeln lauten:

1. Ich behandle alle Menschen respektvoll und so, wie ich selbst behandelt werden möchte.

2. Ich befolge die Anweisungen der Erwachsenen.

3. Ich verhalte mich ruhig in der Klasse und höre zu.

4. Ich achte das Eigentum der Schule und meiner Mitschülerinnen und Mitschüler.

5. Ich bereite mich auf den Unterricht vor und habe meine Arbeitsmaterialien dabei.

6. Ich führe meine Klassendienste regelmäßig und ordentlich aus.

Die Regeln sind auf Karten gedruckt, die laminiert im Klassenraum ausgehängt werden. Sie werden an einer gut sichtbaren Stelle angebracht, beispielsweise an der Wand über der Tafel. Die SchülerInnen sollen die Regeln stets im Blick haben und sie im Laufe des Schuljahres verinnerlichen.

Das Tor der Woche

In der Klassenstunde am Montag legen alle SchülerInnen ein persönliches Wochenziel fest. Dies sollte ein gut erreichbares Mikroziel sein, wie etwa die ordnungsgemäße Erledigung eines Klassendienstes. Die SchülerInnen schreiben ihre Ziele auf Kärtchen, die im Klassenraum auf ein Plakat mit einem abgebildeten Tor geklebt werden – das „Tor der Woche“.

Die Ziele werden in der zweiten Klassenstunde am Freitag ausgewertet. Hierfür wird – neben dem Klassenbuch – die Smiley-Liste zu Rate gezogen. Sind bei einem Schüler bzw. einer Schülerin mindestens zwei Smileys durchgestrichen, hat er bzw. sie das Wochenziel nicht erreicht. In Fällen extremer Gewaltanwendung genügt ein durchgestrichenes Smiley, und das Wochenziel wurde verfehlt.

Ist ein Ziel erreicht, wird eine Murmel in ein großes Glas geworfen. Ist das Glas bis zu einer bestimmten Markierung gefüllt, erhält die Klasse eine Belohnung. Die Erfahrung aus dem letzten Jahr zeigt, dass dieses System zunächst etabliert und das Klassenziel im ersten Durchgang zügig erreicht werden sollte. Ist das System einmal verstanden, so können die Anforderungen an die SchülerInnen mit dem zweiten Durchgang steigen. Die Belohnung, die die Klasse nach Erreichen des Klassenzieles erhält, kann – neben vielen anderen denkbaren Möglichkeiten – etwa eine Spielstunde auf dem Pausenhof, das Vorlesen einer Geschichte, der Besuch einer Kinoverstellung oder aber ein Tagesausflug sein.

Jahrgangsversammlungen

Es finden in regelmäßigen Abständen Jahrgangsversammlungen statt, zu denen sich die Klassen eines Jahrgangs in den ersten zwei Klassenstunden am Montag in der Aula einfinden. Die Versammlungen sollen unter anderem für jahrgangsübergreifende Mitteilungen der Schulleitung, der Jahrgangsleitung und anderer KollegInnen genutzt werden. In erster Linie sollen aber die SchülerInnen ihren MitschülerInnen Produkte aus dem Unterricht vorstellen (d. h. Bilder, Theaterstücke, Lieder usw.).

d) Der Klassenrat

Der Klassenrat ist das demokratische Forum einer Klasse. In wöchentlichen Sitzungen diskutieren die SchülerInnen über ihre eigenen Anliegen, suchen Lösungen und treffen gemeinsame Entscheidungen. Im Klassenrat finden vielfältige Themen Platz: die Gestaltung und Organisation des Lernens und Zusammenlebens in der Klasse und Schule, aktuelle Probleme und Konflikte, gemeinsame Projekte und Aktivitäten. Der klar strukturierte Ablauf, festgelegte Aufgaben (VorsitzendeR, ProtokollantIn, ZeitwächterIn und RegelwächterIn) und gemeinsam vereinbarte Regeln helfen den SchülerInnen, den Klassenrat eigenständig zu gestalten. Zusammen übernehmen alle Ratsmitglieder Verantwortung dafür, dass der Klassenrat gelingt. Nach und nach entwickeln sie dabei wichtige Kompetenzen, verbessern die Klassengemeinschaft und lernen in der Praxis, wie Demokratie funktioniert.

Die SchülerInnen notieren im Laufe der Schulwoche ihre Anliegen und werfen ihre Briefe in einen bereitgestellten Briefkasten. Am Ende der Woche (meist in den letzten beiden Stunden am Freitag) kommt die Klasse zum Rat zusammen. Es wird ein Stuhlkreis gebildet. Aufgaben werden verteilt. Die bereitgestellten Rollenkarten helfen den SchülerInnen, ihre Aufgaben zu verstehen und wahrzunehmen. Ein Vorsitzender bzw. eine Vorsitzende führt durch die Veranstaltung und leitet die Diskussion. Ein Protokollant bzw. eine Protokollantin fasst die Beschlüsse der Klasse in einem Protokoll zusammen. Ein Zeitwächter bzw. eine Zeitwächterin achtet darauf, wie lange über jedes Thema gesprochen wird. Das Klassenrat-Material ist im Ordner „Klassenrat“ zu finden, der im Klassenzimmer steht.