Oberschule an der Egge

mit Gymnasialer Oberstufe

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Autor Kevin Kuhn („Hikikomori“) zu Besuch an der Egge

Text: Helene Kuchenbuch

Kevin Kuhn, der Autor der Abiturlektüre „Hikikomori“, hat am Freitag, den 18.03.2022 zusammen mit dem Moderator*innen-Team und den Deutschkursen der Q.2 in der Aula der Oberschule an der Egge mit gymnasialer Oberstufe ein offenes Gespräch über seinen Roman geführt. „Hikikomori“ handelt von einem Jugendlichen, welcher sich in die digitale Welt zurückzieht und dort versucht, seine eigene Welt aufzubauen.

Durch einen E-Mail-Kontakt, welcher durch eine Schülerin zustande kam, wurde Kevin Kuhn zu einem Interview in die Schule eingeladen. Geplant war eine Lesung, ein Interview mit Kevin Kuhn und dem Moderator*innen-Team und im Anschluss eine Diskussionsrunde. In einem Vorgespräch mit dem Moderator*innen-Team (Calvin Aschmann, Ruben Wiesner und Helene Kuchenbuch) und Kevin Kuhn wurde sich auf eine offene Interaktion mit allen Beteiligten geeinigt, da Kevin Kuhn als aufgeschlossene und flexible Person auftrat.

Die Veranstaltung begann mit einer kleinen Einführung durch Herrn Kraatz, worauf eine kurze Lesung von Kevin Kuhn aus seinem Roman „Hikikomori“ folgte. Die Einstiegsfrage bezog sich auf die Motivation zur Entstehung des Romans. Inspirationen wie Franz Kafkas „Die Verwandlung“ sowie eine japanische Ausstellung eines Freundes inspirierten den jungen Autor zunächst zu einer Kurzgeschichte und schlussendlich zum Roman. Ebenfalls interessant erschienen die religiösen Bezüge des Romans, welche auf Kevin Kuhns Religionswissenschaftsstudium zurückgeführt wurden. Beispiele wie die Schaffung von „Welt 0“ in sieben Tagen spielen auf die Erschaffung der Welt in der Bibel an oder der Leguan als Gottesfigur in „Welt 0“ ist in Verbindung mit dem goldenen Kalb zu sehen. Außerdem gab der Autor persönliche Tipps zur Vermeidung von Schreibblockaden. Er empfahl, bereits vor dem Beginn des Schreibens am eigentlichen Projekt an anderen Dingen wie z. B. Tagebüchern zu schreiben oder am Ende eines Schreibtages mitten im Satz aufzuhören, um am nächsten Tag besser wieder reinzukommen. Die wichtigste Frage bezog sich jedoch auf das Ende des Romans, denn im Werk ist nicht wirklich klar, wie das Schicksal des Protagonisten Till endet. Kevin Kuhn hat sich jedoch bewusst dazu entschieden, den Roman mit einem offenen Ende abzuschließen, um dem Leser selbst die Möglichkeit zu geben, das Ende zu interpretieren. Entweder überlebt Till und das Ende wird als Ausbruch gesehen oder Till stirbt und der Roman ist eine Geschichte des Versagens. Davon abgesehen gibt es etliche weitere Interpretationsmöglichkeiten. Daraus und aus anderen Fragen entstand ein sehr interessantes und erfolgreiches Gespräch mit Kevin Kuhn.

Wir danken herzlich für seinen Besuch!

Bilder von: Acelya Kocatas / Herr Ariafar